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Kokosnussbett und Astronautendusche: Das nachwachsende Hotelzimmer

Ben Förtsch, Geschäftsführer des Creativhotels Luise in Erlangen, kann seinen Gästen seit Anfang 2017 etwas ganz besonderes bieten: Übernachten im nachwachsenden Hotelzimmer.

Geschäftsführer des dena-Modellvorhaben-Teilnehmers Creativhotel Luise in Erlangen

„Wer langfristig dem Klimawandel entgegenwirken will, muss das Gesamtbild betrachten.“

Ben Förtsch

"Unser Ziel war es, etwas Neues zu schaffen.", sagt Ben Förtsch, Geschäftsführer des am dena-Modellvorhaben teilnehmenden Creativhotels Luise und Konzepter des nachwachsenden Hotelzimmers. Das Zimmer besteht ausschließlich aus Naturmaterialien und Bio-Baustoffen: Die Decke ist aus Stroh, der Teppich aus recycelten Fischernetzen, in der Matratze sind Algen und Kokosnussfasern, das Wandpanel ist aus Kork und Holz. Hinter allem steckt der Gedanke: Die Ressourcen der Erde sind kostbar, wir sollten sie so effizient wie möglich nutzen.

Entsprechend energieeffiziente Technik kommt zum Einsatz: Die Heizung wird intelligent gesteuert, das spart bis zu 33 Prozent der Heizenergie. Gekoppelt an die Buchungssoftware des Hotels lässt sich die Raumtemperatur je nach Wetter und Belegung in einer App automatisch anpassen.  Einige der neuen Zimmer haben zudem  eine intelligente Lichtsteuerung. Auch im Bad ist Hightech zu finden: Besonders effiziente Wärmerückgewinnungsgeräte sorgen für frische Raumluft ohne die Wärme im Winter aus dem Haus zu blasen.

Das Highlight: Unter der Dusche kann der Gast sich ein wenig wie ein Astronaut fühlen. Das System dahinter hat die Nasa für Marsmissionen entwickeln lassen. Im Boden wird das Wasser gereinigt und sofort dem Kreislauf wieder zugeführt. Es spart rund 90 Prozent Wasser und 80 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Duschen ein. Digitale Temperaturkontrolle und ein hoher Wasserdurchfluss pro Minute machen das Duschen nicht nur gut fürs Gewissen sondern auch sehr  komfortabel. 

Das Creativhotel Luise in Erlangen wird hauptsächlich von Geschäftsreisenden genutzt. Das 3-Sterne-Hotel verfügt über 95 Zimmer sowie einen Wellness- und Saunabereich. Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden, die zwischen 1956 und 2001 errichtet wurden. 31 Beschäftigte kümmern sich um das Wohl der Gäste.

„Wir möchten zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht ist, sondern Fortschritt“, sagt Ben Förtsch. Für die Umwelt und die Natur, die unter weniger Müll leiden. Für das Auge, in dem der Faktor Design eine wichtige Rolle spielt und für den Bewohner auf Zeit, der hier viel Komfort und Gemütlichkeit findet.

Nach dem "Warum" für seine neuen Zimmer gefragt, ist Ben Förtsch ehrlich: „Aus rein wirtschaftlicher Sicht würde sich ein solches Pilotprojekt nicht rechnen. Die gewonnenen Erkenntnisse schon. Für uns und unsere Zukunft ist das Ergebnis von unschätzbarem Wert.“

Auszeichnungen für das nachwachsende Hotelzimmer

GEO Goldene Palme 2017 ADAC-Tourismuspreis Bayern 2017