Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt die Anforderungen an Wärmeschutz und Anlagentechnik von Gebäuden. Die wichtigsten Änderungen für Nichtwohngebäude (NWG) aus der EnEV 2014/2016 im Überblick.

Zentrales Instrument der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik für Gebäude: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) (Bild: iStock)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein zentrales Instrument der deutschen Energie- und Klimaschutzpolitik. Die Verordnung legt bauliche und heizungstechnische Anforderungen an Gebäude sowie energetische Standards für Neu- und Bestandsbauten fest. Die erste EnEV trat 2002 in Kraft. Seitdem wurde die Verordnung mehrmals überarbeitet, zuletzt im Jahr 2014/2016.

Die Bundesregierung plant, die Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) in einem eigenen Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammenzufassen. Wann das GEG in Kraft treten wird, steht derzeit noch nicht fest.

Die wichtigsten Änderungen aus der EnEV 2014/2016 im Bereich Nichtwohngebäude waren:

Neubau

  • Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen an Neubauten um 25 Prozent (seit Anfang 2016). Ausnahme: Gebäudezonen mit über vier Meter Raumhöhe mit Gebläse- oder Strahlungsheizungen.
  • Begrenzung der Transmissionswärmeverluste: Verschärfung mittlerer U-Werte um 20 Prozent seit 1. Januar 2016. Ausnahme: Gebäudezonen mit über vier Meter Raumhöhe mit Gebläse- oder Strahlungsheizungen.
  • Senkung des Primärenergiefaktors für Strom:
    • Reduzierung des Primärenergiefaktors fp (Strommix) auf 2,4, Verdrängungsstrom 2,8 (Bezugnahme auf DIN V 18599/2011)
    • Reduzierung fp (Strommix)  auf 1,8 (seit 2016)
  • Statische Verweise auf DIN V 18599: 2011-12.
  • Neue Referenzklimazone: Potsdam

Bestandsgebäude

  • Keine Verschärfungen bei Sanierungen (Änderungen, Ausbau, Erweiterungen).
  • Austausch- und Nachrüstpflichten:
    • Austauschpflicht für alte Heizkessel (älter als 30 Jahre)
    • Pflicht zur Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren
    • Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke
    • Pflicht zur Außerbetriebnahme elektrischer Nachtspeicherheizungen wurde aufgehoben.
  • Bei An- und Ausbauten (Nutzfläche größer als 50 m²) gelten Neubauanforderungen nur beim Einbau eines neuen Wärmeerzeugers, zusätzlich sind die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz einzuhalten.
  • Zulassung von Simulationsrechnungen für bauliche o. anlagentechnische Komponenten.
  • Nachweis sommerlicher Wärmeschutz nach DIN 4108-2:2013:
    • Sonneneintrags-Kennwertverfahren
    • Begrenzung der Übertemperaturgradstunden (thermische Simulation).
  • Gemeinsame Heizungsanlage für mehrere Gebäude: Berechnung als zentrale Heizungsanlage für jedes Gebäude (anteilige Berücksichtigung der Größe, Leistung und Wärmeverluste).

Energieausweis

  • Aushangpflicht für Energieausweise wurde erweitert:
    • Behördliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr: Aushangpflicht bei AN > 250 m²
    • Private Eigentümer von Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr: Aushangpflicht bei AN > 500 m².
  • Neu ausgestellte Energieausweise erhalten eine Registriernummer bei der Registrierstelle des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).
  • Modernisierungsempfehlungen jetzt Bestandteil des Energieausweises (Seite 4).
  • Bei Neubauten: Ausstellung und Übergabe eines Energieausweises an Eigentümer.
  • Bei Bestandsimmobilien: Vorlage des Energieausweises spätestens bei Besichtigung und Übergabe nach Vertragsabschluss.
  • Energieverbrauchsausweise enthalten Werte für den Endenergie- und den Primärenergieverbrauch (§19).
  • Erweiterte Angaben zum EEWärmeG.
  • Vereinfachungen nach EnEV Anlage 2 über die Flächenermittlung und Zonierung.

Pflichtangabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen

Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien müssen folgende Angaben enthalten:

  1. Art des Energieausweises (Bedarfs oder Verbrauchsausweis)
  2. Endenergiebedarfs- oder -verbrauchswert
  3. im Energieausweis genannter wesentlicher Energieträger der Heizung
  4. getrennte Angabe der Werte für Strom und Wärme für Endenergiebedarf bzw. -verbrauch (bei Nichtwohngebäuden)

Kontrollsysteme für Energieausweise und Inspektionsberichte von Klimaanlagen

Geregelt werden die Beantragung und Vergabe von Registriernummern für Energieausweise und Inspektionsberichte (§26c).

  • Vergabe der Registriernummer „unverzüglich“ nach Antragstellung von der Registrierstelle Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt).
  • Stichprobenkontrollen von Energieausweisen und Inspektionsberichten (§26d):
    • dreistufiger Umfang der Kontrollen für Energieausweise
    • einfache Validierung der Eingabe-Gebäudedaten und Ergebnisse
    • genauere Überprüfung der Eingabedaten und Ergebnisse
    • Vvollständige Prüfung aller Daten mit eventueller Vor-Ort-Begehung des Gebäudes.
  • Übermittlungspflicht von Daten und Unterlagen für Aussteller bei Stichprobenkontrollen.

Weitere Informationen zur EnEV finden Sie auf den Seiten des dena-Expertenservice