Bürostudie

dena-Studie liefert Zahlen zu Bestand und Energieeffizienz von Büro- und Verwaltungsimmobilien in Deutschland und untersucht Anreize aber auch Hemmnisse für das Ausschöpfen von Effizienzpotenzialen aus Marktteilnehmersicht.

Studie "Büroimmobilien: Energetischer Zustand und Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz" (Mai 2017)

Der Gruppe der Nichtwohngebäude (NWG) wurde in der Vergangenheit in der Diskussion, wie die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden können, noch zu wenig Beachtung geschenkt. Gründe dafür sind die schwache Datenlage und komplizierte Quantifizierung der Einsparpotenziale dieser Gebäudekategorie.

In einer neuen Studie beschreibt die Deutsche Energie-Agentur (dena) den energetischen Zustand der Büro- und Verwaltungsimmobilien. Es werden Anreize aber auch Hemmnisse für das Ausschöpfen von Effizienzpotenzialen aus Marktteilnehmersicht untersucht. Die Studie knüpft an die 2016 veröffentlichte dena-Analyse „Energieeffizienz bei Büroimmobilien“ an.

Energieeffizienz rückt in den Fokus

Die in der Studie befragten Investoren und Nutzer gaben an, dass das Thema Energieeffizienz auch bei dieser Gebäudegruppe immer stärker in den Fokus rückt. Nachhaltigkeitsaspekte werden von ihnen jedoch sehr unterschiedlich berücksichtigt und häufig wird diesen eine untergeordnete Relevanz im Vergleich zu anderen Entscheidungskriterien beigemessen.
Die Studie zeigt, dass die Akteure das Thema Energieeffizienz in der Regel aus Marketing- und Imagegründen betrachten und in Effizienzmaßnahmen meistens nur dann investieren, wenn sich diese auch zeitnah finanziell rechnen. Die Energieeffizienzpotenziale werden von den Marktteilnehmern aufgrund der bestehenden Hemmnisse im Bestand, beispielsweise Gebäudetechnik oder Architektur, nicht oder nur zum Teil genutzt.

Zur Studie

Für die Studie „Büroimmobilien: Energetischer Zustand und Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz“ wurden zahlreiche Studien und Daten ausgewertet. Basierend auf den Ergebnissen aus der dena-Analyse "Energieeffizienz bei Büroimmobilien" (2016) und anhand regionaler Beschäftigtenzahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Zensus wurde die Grundgesamtheit des Bürobestandes hochgerechnet. Ergänzt werden diese Zahlen durch Angaben zur energetischen Beschaffenheit des Bestandes auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamts und von ImmobilienScout24. Zudem wurden Entscheidungsträger von 20 der wichtigsten Büroimmobilieninvestoren und von 20 großen Büroflächenmietern in Deutschland hinsichtlich der Themen Energieeffizienz, Nutzungsdauer und Sanierungszyklen befragt.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und zugleich vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), dem Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), der German Facility Management Association (GEFMA), sowie dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) unterstützt.

Energieeffizienz bei Büroimmobilien. dena-Analyse über den Gebäudebestand und seine energetische Situation (März 2016)

Büroimmobilien sind ein wichtiger Faktor für den bundesweiten Wärmeenergieverbrauch und sie haben großes Energiesparpotenzial. Das zeigt eine Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena), die den bisher nur lückenhaft dokumentierten energetischen Zustand von Büro- und Verwaltungsgebäuden mit einem neuen Schätzmodell ermittelt hat. Demnach gibt es in Deutschland insgesamt 310.800 Büro- und Verwaltungsgebäude mit 456 Millionen Quadratmetern Nutzfläche. Daraus lässt sich für Raumwärme und Warmwasser ein Energieverbrauch von rund 60.000 Megawattstunden (MWh) abschätzen. Alle Wohngebäude in Deutschland haben im Vergleich dazu einen Wärmeverbrauch von rund 610.000 MWh.

Steigerung der Energieeffizienz senkt Kosten und trägt zur Energiewende bei

Büro- und Verwaltungsgebäude haben laut dena-Analyse einen Anteil von etwa 20 Prozent am Wärmeverbrauch aller sogenannten Nichtwohngebäude. Sie sind damit gefolgt vom Handel sowie dem Sektor Beherbergung und Gaststätten für den größten Wärmeverbrauch in diesem Gebäudebereich verantwortlich.

Ihr durchschnittlicher Energiebedarf beläuft sich auf 174 kWh/(m2a), der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei 133 kWh/(m2a). Der Bedarf wird nach technischen Standards berechnet und ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten, der Verbrauch entspricht der tatsächlich verbrauchten Energie. Auffällig ist, dass vor allem ältere Gebäude weit über dem Durchschnitt liegen. Etwa die Hälfte der Bürogebäude wurde vor 1978 und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet.